| SALON - sein Erbe | |||||||||
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| Zahlreiche Salon-Töchter machten Geschichte, ohne selbst je auf ein Podest gehoben zu werden. Da wäre Pustinas Vollschwester Palmira, deren bekanntester Sohn der ?Millionen-Dollar-Hengst? Peleng sein dürfte. Oder sehen wir uns Pelengs Sohn Gomel an, einstiger Gewinner des Europa-Championats und Sieger in unendlich vielen Reitklassen. Seine Mutter ist die Salon-Tochter Miest, die auch in den USA durch einen ihrer Söhne bestens repräsentiert wurde: Der Schimmel Mandat war einer der wenigen Aswan-Söhne in Amerika, die züchterisch genutzt wurden. Doch nicht nur Salons Töchter, auch seine Söhne konnten sich sehen lassen. In Tersk machte der mächtige Moment (Salon x Malpia) bald von sich reden, dessen Nachkommen sich genauso gewaltig zu bewegen wußten wie er selbst. Moments riesige, kohlschwarze Augen, die trompetengleich geformten Nüstern und der beherrschende, männliche Ausdruck dieses Hengstes verschafften ihm Bewunderer in aller Welt und schließlich das Ticket in den Westen : Das amerikanische Gestüt Valhalla holte ihn Anfang der achtziger Jahre über den großen Teich. Von seinen Tersker Nachkommen seien die Stute Anatomy erwähnt und sein Sohn Nimroz. Der Schimmelhengst, der im Trab maschinengleich über den Erdboden donnert, war mehrfach Klassensieger auf internationalen Schauen und hat sich durch seinen britischen Sohn Monitor (Europa- und Welt-Champion) auch züchterisch bewiesen. In England sind übrigens die zwei Moment Söhne Narim und Najman zu Hause, denen dort eine relativ große Bedeutung zukommt. Anatomy schließlich ist in Deutschland durch ihre Balaton Kinder Abazinka - u.a. Reserve-Championesse in Wels 1993 - und Arben - u.a. Reserve-Champion Langenfeld 1993 - bestens bekannt. Doch der beliebteste Moment-Sproß in Deutschland ist mit Sicherheit der US-Import Maddelena. Eine Stute, bei der jeder Araberliebhaber in Begeisterung verfällt. Schneeweiß, elfengleich im Typ, stark in den Bewegungen. Christine Lange fand dieses Traumwesen zufällig auf einer Weide. Völlig verdreckt und heruntergekommen stand Maddelena da. Der Blick stumpf, den Kopf gesenkt. Abgemagert und elend. Vielleicht war es nur Mitleid, das Christine Lange dazu bewog, dieses Pferd zu kaufen. Doch was ist aus dieser Stute in Deutschland geworden?! Auf jeder Schau stand sie ganz vorne, von allen wurde sie bewundert. Der German Cup ging an sie. Ein Gewinn für die deutsche Zucht und ein weiteres Indiz für Salons Vererbungskraft. Der deutsche Industrielle Waldemar Zeitelhack, ein versierter und sehr erfolgreicher Vollblutzüchter, reiste 1971 nach Tersk und ersteigerte Salon für sein Gestüt Moritzberg. Als Rennpferdezüchter kann Waldemar Zeitelhack einem Pferd problemlos ansehen, wie leistungsfähig und hart es ist. Salon präsentierte sich als ausgereifter Hengst mit einem harmonischen Exterieur, kompakt und solide. Er hatte eine starke männliche Ausstrahlung, viel Ausdruck unter dem Sattel und an der Hand. Natürlich verkörperte Salon nicht den zierlichen filigranen Arabertyp, er verfügte jedoch über ausreichend Adel, nur eben einen kräftigeren. Im Freilauf zeigte Salon hervorragende Bewegungen, die losgelassen und schwungvoll durch den ganzen Körper flossen. Er hatte in diesem Kriterium sicherlich als Musterbeispiel gelten dürfen. Sein Kopfprofil war gerade, der Kopf insgesamt aber trocken, mit gut gelagertem Augen, viel Ganaschenfreiheit und in einem gut angesetzten, stets stolz getragenem Hals endend. Salons Charakter und Temperament waren tadellos, so sein ehemaliger Besitzer Herr Zeitelhack. In Deutschland angekommen, wurde Salon nicht sehr stark in der Zucht eingesetzt. Das lag sicherlich daran, dass bei Zeitelhacks keine Werbung für ihn gemacht wurde. Zum anderen interessierte man sich in Deutschland immer mehr für die feinen ägyptischen Araber. Filigrane Schönheiten wie Kaisoon oder Shaker el Masri begeisterten die Massen. Da blieb für einen soliden, kompakten Hengst wie Salon nicht viel übrig. Dabei war Salon kein Einzelfall. Andere Hengste, z.B. Laos, teilten sein Los. Doch das sollte sich ändern. Denn in den USA, dem Nonplusultra für Araberindustrie und -vermarktung, leuchtete ein neuer Stern am Araberhimmel auf: Muscat. Hätte Salon nur diesen einen Sohn hinterlassen, alleine durch ihn wäre er unsterblich geworden. Der auffällige Fuchs gewann unzählige Championate und kam zu National Champion-Ehren. Darüber hinaus gewannen die Salon-Töchter Pesenka und Palmira begehrte Titel. Während der Vater ein ruhiges, zurückgezogenes Leben führte, standen seine Nachkommen zunehmend im Rampenlicht der Showbühnen. Im Gestüt der Familie Zeitelhack wurde Salon u.a. auf der rein ägyptischen Stute Foze eingesetzt. Die aus dieser Anpaarung 1974 geborene Bint Foze wurde nach Südafrika verkauft, wo sie ihre eigene Linien gründete. Dauerhaft hatte man bei Zeitelhacks keine züchterische Verwendung für Salon, so wurde er an den Züchter, Künstler und Autor Carl-Heinz Dömken abgegeben. Im Heimatstall von Mahomed und Nazir und des unvergessenen Ghazal war zwar Platz für den Russen Salon, aber eingesetzt wurde er dort ebenfalls nicht. Die von Constanze und Carl-Heinz Dömken bevorzugte Zuchtrichtung war eindeutig auf die ägyptischen Linien gerichtet. Salon blieb ein Statist. Charakterlich geschadet hat es ihm sicherlich nicht, doch für die Zucht vergingen Jahre nutzlos. Etwa zu dieser Zeit begann der Amerikaner Bob Startmore russische Stutbücher und Geburtslisten zu wälzen. Er war auf der Suche nach einem Russen-Star. Sein Gestüt sollte sich auf russische Blutlinien gründen. Die Make Believe Farm im sonnigen Kalifornien wurde bekannt für feinstes russisches Zuchtmaterial. Nicht nur Muscat glänzte als Champion, sondern ebenfalls die Salon-Söhne Namiet (x Naturshitsa), Muslin (x Magnolia) und Moment (x Malpia). Sie errangen Siege in Halter- und Performanceklassen. Die Schauwelt hatte die großrahmigen, ganggewaltigen russischen Araber für sich entdeckt. Die geschickte und noble Werbung tat ihr übriges dazu. Die Preise für Araber russischer Blutführung erreichten bald horrende Höhen. Zu den bekanntesten Salon-Töchtern zählen Pesenka (x Panorama), die 1980 U.S. National Reserve Champion Mare wurde, die Vollschwestern Kama und Kleopatra (x Klipsa), beide National Championessen. Das Gestüt Tersk behielt sich ein paar Salon-Töchter in der Stutenherde. Die Stute Palmira (x Ptashka) wurde Russ. Nationalchampionesse 1970 und wiederholte den Sieg 1979 (mit ihrem Sohn Parik). Malutka (x Monogramma) zeigte beste Rennleistungen und setzte sich in der Zucht durch. Sie brachte unter anderem die Stute Madonna Of Tersk und die Hauptbeschäler Mashuk und Maskat (beide von Aswan). Genannt sei auch Nesravnennaja (x Neposeda), die auch Russ. Nationalchampionesse wurde und auf der Rennbahn erfolgreich war. Die bereits erwähnte Pustinia bewies ebenso beste Rennleistungen und ging später in die USA. Diese Erfolge beeindruckten Bob Stratmore und ließen ihn nicht los. Er begann den Erzeuger dieses Erfolges zu suchen - und er fand ihn bei Dömkens. Im gesegneten Alter von 21 Jahren importierte Bob Stratmore den Schimmelhengst 1980 nach Kalifornien. Der Transport und die Umstellung auf das ungewohnte Klima machten Salon keine Probleme. Auch die Gestütspräsentationen und das Marketing, das um seine Person gemacht wurde, ließen ihn kalt. Er hatte in seinem Leben viel gesehen. Ihn brachte so schnell nichts aus der Ruhe. Auf der Make Believe Farm war er jedenfalls der Star schlechthin. |
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| Aus dem ganzen Land reisten Züchter an, um diesen Hengst zu bewundern, der so plötzlich, wie Phönix aus der Asche, aus der Versenkung auferstanden war. In nur zwei Zuchtjahren zeugte Grandpa Salon, wie er von Bob Stratmore liebevoll genannt wurde, über einhundert Nachkommen. Die bedeutendsten sind sicherlich die Hengste Nazir Salon (mit über 20 Regional-Siegen) und Solstice, der noch im letzten Jahr bei den U.S. Nationals in der Top-Ten-Gruppe zu finden war. Von seinen in die USA importierten Söhnen ist natürlich Muscat die Nummer Eins (siehe Arabische Notizen 4/1996). Bis nach Europa drang sein Ruhm, als seine Tochter Amber Satin 1993 in den Ring von Paris trabte. Diese große amerikanische Diva, einstige Nationalchampionesse, begeisterte das Publikum durch ihre einzigartige Eleganz und weibliche Aura. Der Weltchampionats-Titel war ihr nicht zu nehmen. Auch der Schimmel Ponomarev (Salon x Palitra von Salon!) fand seinen Weg in die USA, befindet sich mittlerweile aber in Brasilien. Die Spuren dieses überaus eleganten Hengstes, der seinen bilderbuchartig geformten Hals schwanengleich zu bewegen weiß, führen ebenfalls nach Paris. Hier gewann seine Tochter Julia Bea 1991 das Weltchampionat und ihr Sohn Menestrel Al Shamilah ein Jahr darauf das Junioren-Weltchampionat. Bemerkenswert, dass Salon fast zehn Jahre nach seinem Tod das prestigeträchtigste Weltchampionat so dominieren konnte! In den USA ruhte Bob Stratmore nicht eher, bis er die seiner Meinung nach besten Salon-Nachkommen in seinem Stall hatte. 1981 kaufte er in Tersk die Stute Meduza (x Monogramma). Wie ihre Schwester Madonna Of Tersk war Meduza teuerstes Pferd der Tersker Auktion. 1981 bezahlte Bob Stratmore 190.000 US$ für sie. Zuchtziel war das großrahmige, ganggewaltige Araberpferd, und hier brachte Salon das Konzept in den achtziger Jahren auf den Weg. Direkte Nachkommen von Salon gab (und gibt) es in Deutschland nur wenige. Sein Sohn Sabek (x Aysha), der nicht viel Einfluß hat, lebt hier sowie die Tochter Kristalnaia (x Kosmia). Die heute 25-jährige Stute wurde erst nach USA exportiert und ging von dort aus 1991 zurück nach Europa in das bekannte Kossack Stud. Allerdings wurde sie nicht mehr tragend. Vielleicht ein Grund, warum Michaela Weidner sie 1993 kaufen konnte. In Deutschland angekommen nahm die Stute, ohne tierärztliche Hilfe, auf. Mittlerweile ist sie zum dritten Mal tragend von dem Naftalin Sohn Benik. Nach zwei Hengstfohlen hofft man nun auf eine Stute. In Holland dagegen waren alleine sechs direkte Nachkommen Nationalchampions: Kleopatra, Missia, Kama, Plastika, Muslin und Namet. Eine Tochter, Solonka, war Nationalchampionesse in Frankreich. Im hohen Alter wechselte Salon schließlich noch einmal den Besitzer. Nach juristischen Streitigkeiten zwischen Bob Stratmore und Eugene LaCroix, Lasma Arabians, ging der gesamte Gestütsbestand der Make Believe Farm an Lasma; darunter der altgediente Salon. Am 7.April 1984 verstarb Salon. Salons Enkelin Maddelena und sein Urenkel Kubinec machten die in Deutschland lange verschmähte Linie wieder bekannt. Auch wenn oftmals andere Namen für den Erfolg in Anspruch genommen werden, so hat Salon mit Sicherheit das seine dazu getan. Gregor Wimmer |
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