| ArabHorseGermany.de | ||||||||||||||
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zu Lebzeiten unterschätzt Mit freundlicher Genehmigung von Susanne Bösche - erstmals erschienen in der Zeitschrift " ARABISCHE NOTIZEN ". Text:Gregor Wimmer |
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| Skowronek(Ibrahim x Jaskolka) Nasra(Daoud x Nefisa) Enwer Bey(Abu Mlech x Koalicja) Gazella II(Koheilan x Abra) Lowelas(Koheilan I x Elegantka) Dziewanna(Bakszysz x Kalina) Ofir(Kuhailan Haifi x Dziwa) Kankara(Kann x Carabine) |
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| Naseem Taraszcza Skrzyp Odaliska |
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| Negativ Sonata |
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| Salon 27.04.1959 - 07.04.1984 |
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| Die Lebensgeschichte mancher Araberhengste ist spannender und ereignisreicher als die mancher Menschen. In fernen Ländern geboren, verkauft in die weite Welt, Zuchteinsatz in mehreren Ländern, ja sogar Kontinenten, vorgestellt und bewundert auf Schauen vor Tausenden von Menschen. Geliebt, verehrt und nach kurzer Zeit aus der Mode gekommen. Könnten diese vielgereisten Pferde sprechen, ihre Erzählungen würden Bände füllen. Nicht immer könnten sie positi-ve Bemerkungen über die Besitzer, Pfleger und Trainer, mit denen sie zu tun hatten, machen. Der russische Vollblutaraberhengst Salon hatte ein solch bewegtes Leben. Erst in fortgeschrittenem Alter kam der Schimmelhengst zu internationalen Ehren und sicherte seinen züchterischen Einfluß. Doch der Reihe nach. Geboren wurde Salon im Jahr 1959 im Staatsgestüt Tersk. Zum Zeitpunkt seiner Geburt waren russische Vollblutaraber noch nicht von der World Arabian Horse Organization (WAHO) anerkannt, und bei uns in Europa waren sie noch selten. Auch Amerika hatte die ?Straight Russians? als Markenartikel noch nicht entdeckt. So wuchsen die Araber in Tersk völlig unberührt von Markttendenzen und harten Dollars auf. Frei von westlichen Showkriterien wurden die arabischen Pferde von Fachleuten gezüchtet und nach den Regeln der Kunst als gesunde, leistungsfähige und schnelle Pferde aufgezogen. Fast alle Jungpferde mussten ihr Leistungspotential auf der Rennbahn unter Beweis stellen. So auch der junge Salon. Er lief zwei Jahre auf der Rennbahn in Pyatigorsk. Zwar war er nicht der glänzende Seriensieger (19 Rennen, davon einmal Sieger, fünf 2.Plätze und drei 3.Plätze sowie zehn 5.Plätze), aber er lag mit seinen gezeigten Leistungen im guten Mittelfeld. Wegen seiner starken Konstitution hinterließ das harte Training keine Spuren. 1963 deckte Salon erstmalig und die ein Jahr später gefallenen Fohlen waren zufriedenstellend. Das kam nicht von ungefähr. Der Schlüssel für die gute Vererbung lag, wie so oft, im Pedigree. Der 1945 geborene Vater Negativ war einer der ganz großen Stempelhengste für die polnische und russische Vollblutaraberzucht. Der rahmige Schimmel ging über seinen Vater Naseem auf die begehrte Vaterlinie des Skowronek zurück. Skowronek selbst war für seinen Typ und Har-monie bekannt war. Negativ stand allerdings mit seinem deutlich größeren Rahmen und dem schwereren Kopf so gar nicht mehr im Typus dieser Linie. Desgleichen sein Sohn Salon. Dieser Zweig der Hengstlinie machte sich durch andere positive Punkte einen Namen. Negativ brachte nicht nur gute Söhne, sondern ebenso gute Töchter. Er war ein Stempelhengst im besten Sinne des Wortes. Seine Fohlen konnte man erkennen: der Rücken war oftmals lang, zum Teil verbunden mit einer leicht geneigten Kruppe, die Halsung gut angesetzt und von ausreichender Länge, das Fundament stark. |
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| Salons Mutter, Sonata (Skrzyp x Odaliska) war eine bewährte, solide Mutterstute in Tersk. Sie führte die Familie des in Frankreich geborenen Hengstes Kann, der vor allem für seine Rennpferdenachzucht berühmt wurde. Kann war einer der Gründerhengste der russischen Vollblut-araberzucht. Somit ist Salons Pedigree zu ¾ polnischer, 1/8 englischer und 1/8 französischer Blutführung. Ein Zeichen dafür, wie eng diese Länder züchterisch miteinander verbunden waren und noch immer sind. Auffallend bei Salons Abstammung: Er geht zweifach auf die Stammstute Gazella II zurück. Sie gilt noch immer als eine der wertvollsten Gründerstuten der polnischen Zucht. Salons konsoli-dierte, bewährte Abstammung, verbunden mit einem harmonischen Körperbau, ließen ihn zum hoffnungsvollen Nachwuchshengst heranreifen. Er sollte den Platz für seinen Vater Negativ einnehmen, der 1961 nach Polen verkauft wurde. Auch dort machte Negativ übrigens Karriere. Stellvertretend für seine vielen Nachkommen sei hier nur der Hengst Bandos (x Bandola, siehe auch Arabische Notizen 1/1997) genannt. Salon galt als der seinem Vater ähnlichste Sohn. In Tersk wurden die Negativ-Söhne Nabor, Suvenir, Patron und Salon alle mit großem Erfolg eingesetzt. Jeder zeugte sehr gute Nachkommen. Nabor wurde bereits 1955 nach Polen verkauft und ging von dort in die USA. Salon und sein Vollbruder Suvenir wurden beide stark benutzt und zählten in den sechziger Jahren zu den Hauptbeschälern in Tersk. In Tersk zeugte Salon 64 Fohlen, darunter 15 Nationale Champions - in verschiedenen Ländern, wie Muscat, Namiet, Palmira und Kleopatra. Bald wurde Salon allerdings gewaltige Konkurrenz vor die Nase gestellt. Der Ägypter Aswan (Nazeer x Yosreia) hielt Einzug und beschnitt Salons Einfluß. Den neuen Typ, den Aswan in die Zucht einbrachte, machte ihn zur Nummer Eins im Hengststall. Fast jede Stute wurde mit ihm belegt. Das war der Hauptgrund, warum man Salon zum Verkauf anbot. Immerhin hatte man noch seinen Vollbruder Suvenier, somit konnte man auf dies Blut zurückgreifen. Den Preis für Salon setzte man recht hoch an, was angesichts seiner Qualität gerechtfertigt erschien. Immerhin war er einer der Hauptbeschäler und wurde mit dem Prädikat Elitehengst versehen. Eine Entscheidung, die von der russischen Gestütsleitung im Rückblick sicherlich bedauert wurde. Natürlich bedurfte es eines Aswans, um der Tersker Stutenherde diesen einzigartig exotischen Typ einzuhauchen, den wir heute - fast dreißig Jahre später - bereits als normal akzeptiert haben. Doch sollten wir nicht vergessen, dass es die Töchter von Salon waren, die in Tersk fast darauf zu warten schienen, mit dem ägyptischen Aswan ein neues Kapitel in der russischen Araberzucht aufzuschlagen. Die bedeutendste dieser Stuten dürfte Pustina (Salon x Ptashka) gewesen sein. Was, Sie kennen sie nicht? Typisch für das Schicksal vieler Salon-Nachkommen. Obwohl ohne sie die heutigen Schaugrößen und Zuchthelden undenkbar wären, fielen sie selbst der Vergessenheit anheim. So auch Pustina, deren Aswan-Tochter Panagia immerhin die Mutter von Balaton und Pakistan ist. Balaton vorzustellen zu müssen, käme schon einer Beleidigung gleich. Er gilt als russischer Jahrhunderthengst, dessen junge Söhne bereits allüberall in der Zucht begeistern. An erster Stelle ist hier Kubinec zu nennen, dessen Schaukarriere kometengleich war und nur noch durch seine Vererberpotenz übertroffen wurde. Pakistan schließlich führte sich durch seinen Sohn Bespechniy mit einem Paukenschlag in die europäische Araberszene ein: Der hochedle Grauschimmel mit den fliegenden Trotten und dem exaltierten Gehabe eines Stars gewann in einem einzigen Jahr nicht nur in Großbritannien das National Championat und in Deutschland die internationale Schau in Baden-Baden, sondern stach die Konkurrenz auch im Welt-Championat von Paris aus. |
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