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Gestüts-Reise:
Gestüt Rothenberg
War es zuerst Passion? Oder war es zuerst der Beruf? Fakt ist, dass Annette und Erwin Escher von jeher Gefallen an edlen Pferden fanden. Fakt ist außerdem, dass sie auch durch Erwin Eschers Beruf als Pferdefotograf viel herumkamen. Im Nachhinein betrachtet war das eine unschätzbare Möglichkeit, viele Gestüte kennen zu lernen. Die beiden waren sich einig, eigene Pferde mußten her, aber Vollblutaraber sollten es sein. Und nicht irgendwelche, sondern die authentischsten bitte, nämlich ägyptische Vollblutaraber.

Durch die Fotoaufträge konnten sich Annette und Erwin Escher einen guten Überblick verschaffen. Es gab da nur ein entscheidenes Problem. Annette Escher bringt es auf den Punkt:,,Die wir kaufen konnten, wollten wir nicht. Die Pferde, die wir wollten, konnten wir nicht kaufen - sie waren unverkäuflich oder unbezahlbar."

Der Anfang

Im Herbst 1985 war es endlich soweit. Zwei Stuten konnten gekauft werden, die Zucht begann mit Hadbah und Handama. Fünf Jahre später folgten Mareekah ( Kaisoon*Bint Magdi ) und Samara ( Ibn Moheba*Safinya ), die noch heute im Gestüt stehen.

Man war sich von Anfang an bewusst: Im Stillen zu züchten ist gut und schön, aber um langfristig auch verkaufen zu können, muss man an die Öffentlichkeit. So nahm man stets an einigen Schauen teil - mit guten Erfolg. Einige goldene Schleifen für die Klassensiege sind Zeugen dieser Zeit.

1991 war ein entscheidendes Jahr. Der erste eigene Hengst hielt Einzug. Vom Opernsänger Peter Hofmann konnte der Fuchshengst Sameer (Mohafez * Sabah) gepachtet, später gekauft werden. Im selben Jahr konnte schließlich eine eigene Gestütsanlage gekauft werden. 25 Boxen, eine großzügige Halle, dazu acht Hektar gutes Weideland direkt am Stall. Die richtigen Voraussetztungen, wenn man eine Zucht auf-und ausbauen will.

Apropos "Ausbau". Der Pferdebestand sollte ebefalls eine Erweiterung erfahren.Auf der Suche nach einem weiteren Hengst reisten Annette und Erwin Escher 1993 in die Vereinigten Staaten. Als erste Station wählten Eschers das Gestüt von Judith und Don Forbis aus, Ansata Arabian Stud. Kenner der Szene nicken wissend, wenn sie diesen Namen hören. Mancher würde gerne eines der edlen Geschöpfe aus diesem Gestüt sein eigen nennen.

Der damalige Star des Gestüts war Ansata Halim Shah (Ansata Ibn Halima * Ansata Rosetta), der in Deutschland so viele überdurchschnittliche Zuchtpferde hinterlassen hatte.Eschers waren begeistert von seiner Ausstrahlung. Annette Escher wusste sofort:,,Er muss der Vater unseres nächsten Hengstes sein."

Einen Halim Shah-Sohn fanden Annette und Erwin Escher allerdings nicht, jedoch eine hilfsbereite Judith Forbis, die den Ankauf einiger edler Ägypter vermittelte. ,,Für uns war es ein ,golden-deal, erinnert sich Annette Escher. ,,Vom Gestüt ,,Magness Arabians" kauften wir alleine drei Pferde,die später Champions in Deutschland wurden."

Die Hengstriege

Darunter der damals zweijährige Dalia Halim (Halim Shah*AK Bint Dalia II). Annette Escher:,,Damit hatten wir endlich , unseren , Halim Shah-Sohn. Von seiner Mutter, der braunen AK Bint Dalia II, waren wir aufgrund ihres Körperbaus, ihres Rahmens und der Gänge ebendso begeistert.Sie war eine wunderbare Ergänzung zu Halim Shah."

Dalia Halim sollte man in Zukunft eine wichtige Rolle für das Gestüt Rothenberg spielen.Dalia Halim beeindruckte auch in Deutschland Züchter und Richter.Anlässlich der Verbandshengstschau wurde er Siegerhengst.Ein außerordentlicher Erfolg für das Gestüt Rothenberg.Es folgten weitere Siege und Championate bei nat.-und internationalen Schauen.

Annette Escher auf Dalia Halim
Doch wie sollte man zum Beispiel mit den Halim Shah-Töchtern züchten? Eine Anpaarung mit Dalia Halim hielt man nicht für sinnvoll.Auf der Suche nach dem passenden Hengst stießen Eschers auf Classic Shadwan (Alidaar*Shagiah Bint Shadwan v. Shadwan).Er ist einer der typvollsten Alidaar-Söhne.In der Mutterlinie geht er zurück auf die Stute Bint el Samraa, die 1931 für das Gestüt Inshass in Ägypten gekauft wurde. Auch Classic Shadwan war auf einigen Schauen ganz vorne zu sehen.Doch für Annette und Erwin Escher gibt es einen wesentlicheren Aspkt: Die Kombination mit den Halim Shah-Stuten erweist sich als sehr gelungen,davon zeugt die Championesse Shadwanah (a.d.Dalima Shah).Aber auch sein junger,1998 geborener Sohn GR Amaretto (a.d. Halim`s Asmara) zähl bereits zum hoffnungsvollen Beschälernachwuchs.Immerhin gewann der hochelegante Schimmel im Jahr 2000 auf der internationalen Schau in Deurne (Holland) seine Klasse und wurde Junioren-Champion der Egyptian Classic Show in Tilbourg.

Mittlerweile werden international Züchter auf Classic Shadwan aufmerksam.Einen seiner schicken Söhne konnten Annette und Erwin Escher in die USA exportieren. GR Shadow (a.d. Dalima Shah) trat als Absetzer im Jahr 2000 den Weg nach Amerika an.

Die Hengstriege war längst noch nicht komplett.Vor fünf Jahren hörten Eschers von einem Rapphengstfohlen aus der Madinah (Ibn Galal * Mona II) von besonderer Qualität.Schon immer haben gerade schwarze Pferde,nein,schwarze Hengste die Menschen fasziniert.Bei einem Besuch konnten sich Eschers von der Qualität des zehn Tage jungen Fohlens überzeugen.Es ist immer ein gewisses Risiko,ein Fohlen zu kaufen.Sie gingen das Wagnis ein und wurden erneut belohnt, ,,der kleine war immerhin ein Halbbruder zu Imperial Madheen,den wir bewundern.Also verhandelten wir vier Wochen lang und konnten das Fohlen schließlich kaufen."

Heute ist Madallan-Madheen ein stolzer Rapphengst mit ausdrucksvollem Gesicht,schöner Halsung und guten Bewegungen.Seine ersten Fohlenjahrgänge lassen einiges erhoffen.Zumal er die begehrte Rappfarbe weitervererbt.Auf Schauen machte GR Marietta (a.d. Maria Halima) von sich reden, u.a.war sie 2000 Liberty Champion in Kaub und Kreuth.Ihre ein Jahr jüngere Vollschwester GR Marianah ist ebenfalls vielversprechend.

Eine Schaukarriere bleibt ihm vorerst aufgrund eines schlecht behandelten Griffelbeinbruchs verwehrt.Immerhin präsentierte er sich bei der Verbandshengstschau hervorragend und wurde mit einer goldenen Schleife belohnt.

Im Herbst letzten Jahres kam der vorerst letzte Hengst hinzu,der Rappe Pasha Farid (Anaza el Farid * Shariha v. Moniet el Sharaf).Ein Zweijähriger mit hervorragender Abstammung, der mütterlicherseits über die Stute Kamar auf die Linie der El Dahma zurückgeht.Ohne besondere Vorbereitung ging Pasha Farid im Frühjahr 1999 auf die Verbandshengstschau - und holte sich eine silberne Schleife.

Madallan-Madheen
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